Nirgendwo zuhause.

Nachdem wir vor fast 14 Tagen hier in Deutschland ankamen, waren wir die ersten Tage etwas durcheinander und mussten uns doch erst an alles wieder gewöhnen. Der Juli.Junge fragte beim Autofahren ständig, ob wir auch sicher auf der richtigen Seite fahren.

An alles wieder gewöhnen müssen wir uns immer noch. Auch, dass wir nun übergangsweise bei den Eltern von Herr R. wohnen ist eine grosse Umstellung und auch Einschränkung, nachdem wir nun recht lange Zeit doch eher auf uns alleine gestellt waren. Leben in einem Zimmer im Haus der Eltern ist schwer und auch mit nur wenigen privaten Momenten verbunden. Selbst Gespräche zwischen dem Mann und mir sind eher selten momentan.

Manchmal kommt es uns tatsächlich so vor, als ob unsere Zeit in Irland ganz weit entfernt ist. Niemals hätte ich gedacht, dass uns die Abläufe hier so schnell wieder einholen, dass mir die letzten 4 Monate vorkommen, als wären sie schon viel länger vergangen. Die 2 Wochen in Deutschland fühlen sich an wie Monate oder Jahre. Wie wenn wir nie weg gewesen wären. An manchen Tagen lastet das schwer auf mir. Es macht mich traurig und ich wünsche mich weg. Zurück nach Irland. Ich vermisse diese Insel. Sehr. Manchmal so, dass es richtig weh tut. Und an manchen Tagen fühle ich mich, als ob ich mich selbst irgendwie verloren habe.

Dennoch sehe ich am Juli.Jungen wie richtig es war, hierher zurück zu kommen. Wie gut es ihm tut an seinem alten Platz zu sein. Aber ich sehe auch wie sehr er sich verändert hat. Wie er gewachsen ist. Nicht nur körperlich. Und ich sehe wie glücklich er hier ist.

Wir brauchen sicher noch etwas, bis wir uns hier wieder gefunden haben. Bis wir tatsächlich wieder Alltag haben. Vielleicht lässt auch das Gefühl irgendwann nach, dass uns, seit wir angekommen sind begleitet: doch wieder weg zu wollen von Deutschland. Das Gefühl hier nicht mehr zuhause zu sein.

Woche 14.

Das ist der letzte Blogeintrag, den ich hier in Irland schreibe. Unsere vorletzte Woche von diesem wunderbaren Abenteuer. Und die startete am Mittwoch direkt damit, dass all unsere Sachen, verpackt in Kisten, gleich morgens von der Spedition abgeholt werden und sich schonmal auf den Weg nach Deutschland machen. Da warten sie dann auf uns, bis wir in 12 Tagen nachkommen.

Nachdem der Transporter abgefahren ist, fühle ich mich irgendwie erleichtert. Jetzt ist es nicht mehr lange und wir sind wieder in Deutschland. Ich freue mich. Und der Juli.Junge und Herr R. auch. Alles ist genau richtig so.

Und weil wir alle drei Lust auf einen grossen Ausflug haben, fahren wir mal wieder einen Teil des Ring of Kerry, der fast direkt vor unserer Haustür vorbei führt. Heute fahren wir den recht weiten Weg fast bis nach Caherdaniel. Kurz vorher biegen wir in eine kleine Strasse ab und landen dann am Derrynane Beach. – An manchen Tagen können wir unser wahnsinniges Glück, all das hier zu entdecken, kaum begreifen. Und dieser Tag am Derrynane Beach war so ein Tag. Felsen zum Klettern, die teilweise auch im Meer lagen, Dünen, ein wunderschöner Strand, Steine die perfekt sind um übers Wasser zu hüpfen und Meerglas das gefunden werden wollte. Dazu hatten wir wunderbares Sonnenwetter. Hach, solche Tage tun der Seele einfach gut.

Und weil der nächste Tag genauso wunderbar sonnig und mild ist, fahren wir nach Cahersiveen um uns dort die beiden Steinforts anzusehen, die wir beim letzten Besuch dort ausgelassen hatten.

Und dann, dann fällt uns beinahe kaum noch etwas ein, was wir nicht gesehen haben. Wir müssen wirklich lange überlegen, was wir unternehmen könnten und wir merken, dass wir echt bereit sind nach Deutschland zurück zu reisen. Das unsere Zeit hier wunderschön war, aber doch vorbei ist.

Aber! Bevor es soweit ist, bevor wir in den Flieger steigen, kommen meine Eltern uns besuchen und verbringen die letzte Woche mit uns. – Und am Montag war es dann endlich soweit. Der Juli.Junge ist vor Aufregung super früh wach, nachdem er tagelang eh schon schlecht geschlafen hat. Und als Omi und Opa am Flughafen endlich aus dem Sicherheitsbereich kommen, muss er fast weinen, so unglaublich freut er sich.

Und diese letzte Woche hier, zusammen mit meinen Eltern, die wird nochmal so etwas wie ein „Best of“. Damit sie sehen können, was wir an dieser Insel so unbeschreiblich toll finden und warum mein Herz hier verloren ging…

Der Juli.Junge will ihnen unbedingt die Seilbrücke in Kells Bay Gardens zeigen, also führt unser erster gemeinsamer Ausflug genau dorthin. Und auch wenn wir schon zweimal dort waren, mit Omi und Opa ist es nochmal was ganz anderes.

Heute sind wir nach Portmagee gefahren, um dort am Skellig Ring die Kerry Cliffs zu bestaunen, die wir uns extra für diese letzte Woche aufgehoben hatten. Die Klippen sind wirklich Wahnsinn. Das Wasser kracht dort mit solch ungeheurer Kraft gegen die Felsen.

Und weil wir dann grade in der Nähe waren, hielten wir auch nochmal an dem wunderschönen Derrynane Beach. Den durften die Eltern einfach nicht verpassen…

Woche 13.

Diese Woche war etwas ereignisreicher als die letzte. Und glücklicherweise war das Wetter auch sehr viel besser. Das tat uns schon arg gut… Endlich konnten wir wieder mehr draussen unternehmen. Momentan haben wir es alle drei etwas schwer hier. Der Juli.Junge hat viel was ihn beschäftigt, viel über das er nachdenken muss und dazu kommt nun doch auch langsam die Aufregung vor unserer Rückkehr und natürlich vor dem Besuch von Oma und Opa, die unsere letzte Woche hier mit uns gemeinsam verbringen werden und auf die wir uns wie verrückt freuen!

Aber jetzt zu unseren letzten Tagen: Herr R. und der Juli.Junge haben am Anfang der Woche einen Männerausflug nach Clonakilty im Co. Cork gemacht. Während ich ein paar Stunden nur für mich hatte (in denen ich kaum mehr als gefaulenzt habe), waren die beiden im Clonakilty Modell Railway Village. Der Juli.Junge hat mir am Abend alles ganz genau erzählt, jeden Zug genau beschrieben und vom leckeren Eis erzählt. Er hatte wirklich einen tollen Tag.

Außerdem sind wir endlich mal in den Kerry Woolen Mill Shop gefahren, der auch ganz in unserer Nähe ist und an dessen Schild wir schon so oft vorbei gefahren sind… Dort gibt es ganz tolle Kleidungsstücke aus irischer Wolle und ich hätte so gerne mehr gekauft…

An einem anderen Morgen, der erst ganz nebelverhangen anfing, haben wir uns auf den Weg zur Spitze der Iveragh Peninsula gemacht. Also quasi an den Zipfel des Ring of Kerrys. Vorbei an Portmagee halten wir bei der St. Finnans Bay.

Danach fahren wir den Skellig Ring (der wegen den Skellig Inseln so heisst) noch etwas weiter bis nach Ballinskelling. Als wir dort ankommen haben wir herrlichstes Wetter und einen ganz wunderbar entspannten Mittag. Mit viel Sonne, die uns von aussen und innen wärmt, einem langen Strandspaziergang, Muschelsuchen und 7-up aus der Dose.

Eins der Dinge, die ich gerne noch sehen wollte bevor wir abreisen, war der Steinkreis in Lissivigeen bei Killarney. Und nachdem wir die letzte Woche schonmal versucht haben ihn zu finden (und keinen Erfolg hatten), starteten wir diese Woche einen neuen Versuch. Dieses Mal mit einer Wegbeschreibung des Grundstück-Besitzers. Wie so vieles in Irland befindet sich der Steinkreis nämlich auf Privatgelände. Und, wir habens dieses Mal auch geschafft. Sieht nicht so spektakulär aus, aber die Stimmung dort war irgendwie doch besonders.

Und heute, zum Abschluss dieser schönen Woche, haben wir uns – wieder bei herrlichem Wetter – am Rossbeigh Beach mit einer deutschen Familie getroffen, die gerade Urlaub in Irland macht, weil sie – wegen der Möglichkeit des Homeschoolings – darüber nachdenken hierher auszuwandern. Die Jungs sind im selben Alter und hatten zusammen einen Heidenspaß – zuerst am Wasser und später beim Drachensteigen.

Und weil heute ja auch Halloween ist und man in Irland hier leider kaum daran vorbei kommt, wir aber gerne eine Alternative zu der Grusel-Dekoration wollten, haben wir die Tage auch diese wunderbaren Lampions aus Pappmaché und Farn und Esche gebastelt.

Woche 12.

Unsere letzte Woche war sehr, sehr unspektakulär und wir haben leider auch kaum Fotos gemacht.

Ehrlich gesagt waren wir nämlich fast nur zuhause rumgehangen. Zum einen, weil das Wetter wirklich fast die ganze Zeit mies war. Und wir nach “Ophelia” auch noch Sturm “Brian” zu Gast hatten, der uns fast noch etwas wilder vorkam. Zum anderen haben wir versucht ein paar Dinge für unsere Abreise in Irland und Ankunft in Deutschland zu organisieren. So ist jetzt zumindest das mit der Spedition geregelt. Unsere ganzen Kisten und die Möbel des Juli.Jungens müssen ja auch wieder zurück. Und Herr R. hatte ein paar Vorstellungsgespräche per Telefon und Skype und zumindest über eine Arbeitsstelle müssen wir uns wohl keine Sorgen machen (während wir hier in Irland übrigens immer noch auf die Registrierung warten. Pah! 14. Woche jetzt!)

Allerdings haben wir noch immer keine Wohnung in Deutschland gefunden und das macht uns etwas … sagen wir mal … unentspannt. Nicht zu wissen wo wir wohnen sollen wenn wir wieder in der Pfalz ankommen ist etwas beängstigend. Auf der Strasse stehen werden wir wohl nicht, aber nach diesen fast 4 Monaten, in denen wir nur Gäste in anderer Leute Häuser waren, sehnen wir uns nach einem Ort, den wir zu unserem Zuhause machen können. Mit unseren Fotos an den Wänden, unseren Lieblingsbüchern in den Regalen und den selbstgemalten Bildern vom Juli.Jungen am Kühlschrank.

Aber irgendwann haben wirs dann zuhause doch nicht mehr ausgehalten und sind trotz des Dauerregens an einem Tag den unteren Teil des Ring of Kerry von Kenmare nach Sneem gefahren, um wenigstens ein bisschen unterwegs gewesen zu sein. In der Nähe der Blackwater Bridge sind wir durch ein kleines Wäldchen zur Holy Well gelaufen. Das war vor allem sehr nass. Also wir. Klatschnass.

An einem anderen Tag sind wir in einer Regenpause nach Killorglin gefahren und wollten dort die 4 Caches suchen, die es dort noch gibt. Leider haben wir nur einen gefunden…

Und dann, ja dann waren wir natürlich auch am Rossbeigh Beach, der ganz nah an unserem Zuhause ist. Meer hilft einfach immer irgendwie. Bei allem. Der Juli.Junge meinte auch schon: “Das wird ganz schön schwer für mich, mich vom Meer zu trennen!” Ja. Da hat er wohl leider recht.

Woche 11.

Unsere 11. Woche in Irland startete mit einer Wanderung auf den Drung Hill. Das Wetter war relativ gut, als wir losliefen. Wir wanderten durch Felder, Pfützen und kleine Bäche, über Steine, durch viele Gatter, vorbei an Schafen und noch mehr Bächen. Der Ausblick wurde mit jedem Meter, den wir höher stiegen, spektakulärer. Der Juli.Junge hatte Spass und hat den Aufstieg wirklich ganz toll gemacht. Und dann, als wir gerade oben waren, fing es ganz übel an zu regnen. Innerhalb weniger Minuten waren wir nass bis auf die Haut. Der Abstieg war dementsprechend schneller. 🙂 Aber dafür strahlte ein Regenbogen über uns…

Wie in der letzten Woche, haben wir auch diese Woche Michi und Sven von Goldmann&Goldfrau getroffen und haben ihnen eine kleine Einführung in das Geocaching gegeben.

Und weil diese Woche auch die Schwester vom Mann ein paar Tage Urlaub bei uns macht, sind wir alle zusammen nochmal in die Kells Bay Gardens und danach auch zum Strand gefahren. Das Wetter war leider nicht so schön wie bei unserem ersten Besuch dort, aber Spass hatten wir trotzdem!

An einem anderen Tag haben wir wieder ein paar Stunden im Nationalpark verbracht (natürlich inkl. Wanderung) und haben danach noch das Gap of Dunloe durchfahren. Die Autofahrt auf der engen, einspurigen Strasse mit nicht wenig Gegenverkehr ist eine echte Herausforderung. Auch wenn wir die irischen Strassen mittlerweile gewohnt sind, ist das dort nochmal eine ganz andere Nummer! Leider hatten wir, wie vor 11 Jahren schon, nicht so tolles Wetter beim durchqueren. Aber auch mit Regen und Nebel ist es wirklich beeindruckend.

Und dann traf uns am Montag natürlich auch der Ex-Hurrikan-aber-in-Irland-nur-noch-Zyklon “Ophelia”. Wir waren also aus Sicherheitsgründen den ganzen Tag zuhause. Teilweise war der Sturm schon ziemlich heftig. Wir wurden aber von schlimmeren Schäden verschont und hatten auch die ganze Zeit weiterhin Strom, ganz im Gegensatz zu 25000 anderen Iren. Immerhin hatte ich so einen Tag Zeit um mein neues Häkelbuch auszuprobieren und dem Juli.Jungen einen Frosch zu häkeln.

Und heute, am Tag nach dem Sturm, wurden wir mit einem ganz wunderschönen Sonnentag beschen. Wir wollten unbedingt ans Meer und fuhren direkt an den Rossbeigh Strand, der ja nur wenige Minuten von uns entfernt ist. Und weil wir dann noch Lust hatten, haben wir den Geocache am Coomasaharn Lake noch gefunden.

Woche 10.

Der Tag nach der Abreise meiner Schwester startet mit strahlendem Sonnenschein. Eigentlich hätten wir so einen Tag die letzte Woche brauchen können, das hätte uns allen gut getan, aber nunja…

Wenn das Wetter schon mal so herrlich ist, müssen wir das auf jeden Fall auskosten. Deswegen beschliessen wir, nach Kells zu fahren und uns dort die Kells Bay Gardens anzusehen. Ein kleiner angelegter Garten mit Dinosaurier-Baumstämmen und einer Seilbrücke, zu der der Juli.Junge unbedingt hin möchte.

Wir haben so wundervolle und entspannte Stunden dort.

Und weil wir nach den Gardens noch Lust haben und die Sonne immer noch scheint, fahren wir einfach das kurze Stückchen weiter zu der kleinen Bucht, die fast ganz verlassen ist und in der wir wunderschöne Meerglas-Stücke finden.

Es war einer dieser perfekten Bilderbuch-Tage, die ich ganz fest in meinem Herz einschliessen will ind hoffentlich für immer erinnere.

Am nächsten Tag wünscht sich der Juli.Junge irgendwo hin zu fahren, wo es Modellbahnen gibt. Hhm… die Auswahl in unserem und auch den umliegenden Counties ist sehr begrenzt, aber wir finden die Blennerville Windmill in Tralee. Dort soll es eine kleine Modellbahn geben. – Und tatsächlich. Die Besichtigung der Windmühle machen der Mann und ich alleine, weil der Juli.Junge von den Zügen nicht wegzubekommen ist.

Am Samstag fahren wir etwas weiter und finden beim Geocachen in Macroom eine total tolle alte Mühle mit riesigem Mühlrad und Stausee.

Am Sonntag wissen wir nicht so ganz was wir vom Wetter zu erwarten haben, machen uns aber trotzdem auf den Weg nach Dingle. Zuerst sind wir am Hafen, landen dann aber irgendwie im Seewasser-Aquarium. Was natürlich beim Juli.Jungen auf Begeisterung stößt.

Als wir wieder herauskommen regnet es. Trotzdem fahren wir weiter zum Slea Head. Auch dort waren wir vor 11 Jahren zum ersten Mal… Als wir unterwegs sind hört es erst auf zu regnen, dann verziehen sich die Wolken und wir haben fantastisches Wetter. Der Juli.Junge kann sogar mit den Füssen im Meer baden.

Und heute, als Abschluss dieser wirklich schönen Woche, hatten wir einen ganz wundervollen Tag mit Michi und Sven aus Rheinhessen, die ich zuerst übers Internet kennenlernte, aber in Deutschland auch schon einmal kurz getroffen habe. Die beiden machen gerade in Irland Urlaub machen und wir haben uns auf Anhieb ganz wunderbar verstanden.

Nicht dass die beiden Werbung nötig hätten, aber ihr könnt gerne mal auf ihre Website gucken…

Und das aller wunderbarste dieser Woche war, dass unser absolut toller und liebevoller Waldorf-Kindergarten sich gemeldet hat, um uns zu sagen, dass der Juli.Junge wieder kommen darf. Wir haben uns so sehr gefreut und der Juli.Junge ist total glücklich, dass er jetzt bald ein Königskind sein kann.

Woche 9.

Endlich, endlich war er da. Der Tag an dem wir meine Schwester und meine Nichte vom Flughafen abholen konnten. Der Juli.Junge war so aufgeregt, dass er am Morgen schon ganz früh wach war und viel zu früh abfahrtbereit war!

 

Aber dann sind sie endlich gelandet. Und weil das Wetter am Nachmittag noch ganz nett war, sind wir direkt zum Rossbeigh Beach gefahren.

  

Die nächsten Tage waren wettertechnisch leider eher nicht so gut und wir mussten uns immer wieder drin beschäftigen. Was mit den Kindern gar nicht so einfach war. Bei all der Liebe, die sie füreinander haben, muss man leider sagen, dass die beiden auf Dauer nur schlecht miteinander auskommen… Sie streiten relativ viel, ständig will einer besser als der andere sein und der Juli.Junge war etwas überfordert damit, dass ihm immer jemand auf Schritt und Tritt folgte. 🙂
Dennoch haben wir es geschafft einen schönen Tag in Killarney zu verbringen, uns (nochmal) mit einem Jaunting Car durch den National Park zum Ross Castle schaukeln zu lassen und etwas durch die Stadt zu spazieren.

          

Am Tag danach wurde der Juli.Junge leider ziemlich mies krank und er konnte 2 Tage wegen dem Fieber nicht aus dem Haus. Einen kurzen Spaziergang zu der alten Abbey in unserer Nähe hab ich mit meiner Schwester aber doch geschafft.

      

Als es dem Juli.Jungen dann wieder besser ging, konnten wir Crag Cave besichtigen. Das ging gut, obwohl das Wetter weiterhin eher regnerisch bis stürmisch war. Die Kinder fandens ganz aufregend und hatten Spass…

    

Abends haben wir uns dann in der Anvil Bar ein leckeres Essen gegönnt.

        

Und an unserem letzten Tag zusammen sind wir noch mal nach Killarney in den National Park, sind den kleinen Weg zum Torc Waterfall gelaufen und danach noch zum Ladies View gefahren. An diesem Aussichtspunkt hat man einen wahnsinnigen Blick über die Seen des Nationalparks.

                  

Und jetzt? Ist die Woche schon wieder vorbei und ab morgen sind wir wieder alleine auf der Insel. Und auch, wenn ich die letzten Tage teilweise sehr anstrengend empfand, war es doch wirklich echt schön, meine Schwester um mich zu haben.

Woche 8.

Nachdem wir also im Kindergarten nach einem Platz angefragt haben, gingen in unserem Kopf die Gedanken noch weiter. Selbst wenn der Juli.Junge nicht in den Kindergarten gehen kann, so kommt er auch doch im nächsten Sommer in die Schule. Und er soll in die Waldorfschule in der Pfalz, in der er schon längst einen Platz hat. Das steht jetzt ganz außer Frage. Und dann haben wir unseren Rückflug nach Deutschland im November gebucht. Unser Herz hat das entschieden, ganz unabhängig vom Platz im Kindergarten. – Wir fliegen zusammen mit meinen Eltern nach Hause, die uns im November für ein paar Tage besuchen. Und seitdem wir unsere Flugtickets hier liegen haben und wir wissen, dass wir tatsächlich zurück reisen, ab da wurde es leichter für uns. Die Gedanken kommen zur Ruhe und wir endlich auch. Und wir wissen, es war die richtige Entscheidung. Und auch wenn wir in 8 Wochen zurück reisen, weiß ich ganz genau dass wir noch viele, viele Male auf diese Insel zurück kommen werden. Diese Geschichte mit Irland und uns, die ist noch lange nicht zu Ende.

Wir hatten die letzten Tage herrliches Wetter, so schön war es den ganzen August nicht. Da wir in der nahen Umgebung alles schon entdeckt haben, machen wir daher drei größere Ausflüge. Und, weil es sich der Jul.Junge so gewünscht hat, erfüllen wir ihm zwei Wünsche. Wir lassen uns mit der irischen Bahn ein bisschen durchs Land fahren und wir verstecken unseren ersten ganz eigenen Geocache…

   

Einer unserer Ausflüge führt uns nach Glenbeigh, was jetzt nicht so weit weg ist, aber mit einer Wanderung, die für mein Empfinden viel zu anstrengend ist. Dafür entschädigt die Aussicht, die uns auf dem Berg erwartet, für den matschigen, teilweise völlig überschwemmten, steinigen und steilen Weg.

    

Danach fahren wir weiter nach Cahersiveen und sammeln dort und in der nahen Umgebung an verschiedenen Stellen noch ein paar Caches ein.

      

An einem anderen Tag sehnen wir uns alle nach Wald. Es gibt in Irland zwar viel grün, aber Wälder sind trotzdem recht selten und ab und an, brauchen wir diese Waldluft dann doch. Wir fahren also nach Tralee in den Ballyseedy Wood. Da ist es ganz schön, aber nicht sehr groß.

    

Und weil dann noch Zeit ist, das Wetter so wunderschön und wir nicht nach Hause wollen, fahren wir nach Fenit an den Hafen.

      

Für unserem 3. Ausflug fahren wir auf die Beara-Halbinsel nach Castletownbere und weiter bis an die Spitze der Halbinsel, an der ein Cable Car über den Atlantik nach Dursey Island fährt. Genau dort, waren wir vor 11 Jahren auch schon mal.

        

Und dann, haben wir noch eins der vielen Zimmer in unserem Haus gerichtet, weil morgen nun endlich, endlich meine Schwester und meine Nichte zu uns kommen. Ich kann es kaum erwarten sie wieder zu sehen und ihr dieses wunderschöne Land zu zeigen, was mein Herz so zum Hüpfen bringt. Der Juli.Junge ist auch wahnsinnig aufgeregt.

  

Woche 7.1

Ich hab also tatsächlich in unserem „alten“ Waldorf-Kindergarten in Deutschland nachgefragt, ob der Juli.Junge ab Januar wieder kommen könnte. Natürlich ist es noch nicht entschieden und es kann auch noch etwas dauern. Aber irgendwie kam uns das sehr richtig vor. 

Der Mann und ich sind nach wie vor der Meinung, dass eine Waldorf-Einrichtung die beste Option für den Juli.Jungen ist. In Irland lässt sich das aus verschiedenen Gründen nicht so realisieren, dass wir uns damit wohlfühlen. Und wohlfühlen müssen wir uns alle damit. 

Homeschooling ist eine tolle Sache. Finde ich wirklich. Aber bei genauerem Betrachten für uns auch schwierig. Weil die Familien hier sehr weit verstreut wohnen. Und der Juli.Junge nunmal ein Einzelkind ist. Und ihm der regelmässige soziale Kontakt fehlt. Auch wenn wir Anschluss finden ist es trotzdem kaum möglich sich 3-4x die Woche zu treffen. 

Wir finden diese Kinderjahre so wichtig und wir sind nicht bereit in der Hinsicht einen Kompromiss einzugehen. Wir wollen, dass er eine Gemeinschaft um sich hat, sich in der Geminschaft entwickeln kann, angenommen wird und sich wohl fühlt. – Ich weiss, das wir noch nicht lange hier sind. Und es Zeit braucht um anzukommen. Aber unsere Ausgangssituation hat sich seit unserer Abreise so sehr verändert. Also verändern wir uns mit.

Woche 7.

In meinem Kopf wirbelt alles durcheinander. So viele Gedanken, so viele Möglichkeiten und viele verschiedene Wege die wir gehen könnten. Ich kann tagsüber kaum abschalten. Abends nicht einschlafen. Und morgens bin ich müde. Dem Mann geht es nicht anders. Diesen Schwebezustand, dieses Nicht-Wissen wohin uns unser Weg führt, diesen keinen-Plan-haben ist für uns beide nur schwer  auszuhalten. Der Juli.Junge spürt unsere Ruhelosigkeit. Auch er wird unruhig, findet abends nur schwer in den Schlaf und ist sogar nachts wach. Seine kleine sensible Seele spürt ganz genau, dass wir gerade eine anstrengende Zeit haben… Wir sehnen uns alle drei nach entspannten Tagen ohne Gedankenkarussell. Deswegen verbringen wir nochmal einen Tag am Lieblingsstrand vom Juli.Jungen und hoffen hier etwas abschalten zu können.

      

An dem Morgen, an dem sich sicher 8-9 verschiedene Regenbogen zeigen, erkunden wir das kleine Wäldchen, das nur wenige 100 Meter von unserem Haus entfernt ist.

   

An einem anderen Tag verschlägt es uns nach Ballybunion und die Rückfahrt von dort führt uns an der Küste entlang. Und an den Strand von Ballyheigue.

       

Ausserdem machen wir eine kleine Wanderung am Caragh Lake und werden mit einem unglaublichen Ausblick belohnt.

     

Und natürlich verbringen wir auch diese Woche ein paar Stunden am Strand und in den Dünen von Rossbeigh.

      

Aber der Juli.Junge freut sich am meisten über unseren Auflug zum Monorail Museum in Listowel und die Fahrt dort mit der Einschienenbahn.

      

Wir entdecken weiterhin viele wunderbare Orte, geniessen diese wilde irische Landschaft und haben dennoch zum ersten Mal das Gefühl, dass es genug ist. Genug entdeckt. Genug gesehen. Zumindest für den Moment.
  

Und dann ruft das Herz plötzlich ganz laut nach einer Rückkehr nach Deutschland. Aber wie kann man sich denn da noch selbst vertrauen, wenn es vorher so sehr für dieses Abenteuer in Irland geschlagen hat? Ich fühle mich fast so, als ob ich mich selbst verloren habe… Woher weiss ich denn, ob das nur so eine Heimweh-Phase ist? Oder doch echt?
Der Juli.Junge hat auch Heimweh. Nach seiner Omi und der anderen Oma. Den Opas. Er vermisst die Katze der Omi. Die Tanten und seine Mili. Und er vermisst seinen besten Freund. Und eigentlich, sagt er, will er ja auch gar nicht in Irland wohnen. Sondern in Deutschland. Am besten direkt neben der Omi, damit er sie jeden Tag sehen kann. Und er will ein Königskind im Kindergarten sein und er will in Deutschland zur Waldorf-Schule gehen. Und weil uns das fast das Herz bricht und weil er ja doch auch irgendwie genau das ausspricht, was wir seit Tagen in unserem Kopf hin- und her wälzen, hab ich in unserem wundervollen alten Kindergarten einfach nachgefragt, wie es denn mit den Plätzen momentan aussieht. Und natürlich sind alle Plätze belegt. Aber sie würden es ganz wundervoll finden, wenn der Juli.Junge wieder kommen würde. Und deshalb, stellen sie jetzt einen Antrag auf einen zusätzlichen Platz für ein weiteres Kind. Unser Kind. Und natürlich ist das alles ohne Garantie. Aber, es wäre eine Möglichkeit.